Schlagwörter

, , , , , , , , , , , , , , , , , , ,

Am 7. Juni erhielten wir alle eine furchtbar traurige Nachricht: die Nachricht vom Tode Christopher Lees, einem Mann unserer Zeit, der sein Leben mit vorbildlicher Hingabe der Kunst widmete.

Als Dracula bekannt geworden, schöpfte er über die Jahre das Potenzial seiner unvergesslichen, ikonischen Gesichtszüge grandios aus, um in rund 250 Filmen wahrlich perfekt die Rolle des Schurken zu verkörpern. Von seinem Auftritt bis zur Mimik stimmte wirklich alles.

So fand er seinen Weg in die meisten großartigen Filme und Filmreihen, nicht selten waren seine Auftritte dann Highlights. Selbst im „Krieg der Sterne“ konnte Lee mitwirken und eine ansonsten größtenteils bedauernswerte Trilogie aufwerten.

Doch uns Tolkien-Fans ist Christopher Lee natürlich ganz besonders wegen einer Rolle im Kopf geblieben: Saruman. Die filmische Umsetzung von „Der Herr der Ringe“ galt bis zu ihrem Abschluss als Wahnsinnsprojekt und unmöglich zu realisieren. Heute wissen wir natürlich, dass all diese Vorwürfe Irrtümer waren, die Filmtrilogie war bahnbrechend und etwas Vergleichbares haben wir bis jetzt höchstens mit „Der Hobbit“ zu sehen bekommen. Dazu trug Lee natürlich seinen Teil bei. Wer sich seit der Veröffentlichung von „Die Gefährten“ den bösartigen weißen Zauberer vorstellte, hatte stets Lee vor Augen und selbst diejenigen, welche die Trilogie rund um Bilbo und seine Zwergenfreunde total ablehnen, können nicht leugnen, sich über das Wiedersehen mit Saruman in „Eine unerwartete Reise“ gefreut zu haben.

Obwohl wir Christopher Lee innerhalb seiner Filme permanent mit dem Bösen in Verbindung brachten, vermochte er dennoch, uns einen Eindruck gelassener Zufriedenheit und der Herzlichkeit zu vermitteln. Dies lag nicht zuletzt an seiner positiven Lebenseinstellung, die ihm mit den Weg zum Ritterschlag und letztendlich auch zu einem langen, glücklichen und gesundem Leben bahnte.

Aber warum überrascht sein Tod uns nun so? Der Mann war schließlich alt und in letzter Zeit verlassen viele alteingesessene Stars dieses Leben. Die Antwort ist denkbar einfach: vor unserem inneren Auge sahen wir Lee noch mit hundert Jahren aufwärts seine Rollen in Filmen spielen, er wirkte immer so vital und gesund und wirklich niemand erwog auch nur die Möglichkeit seines baldigen Ablebens. Es ist jedoch eine Tatsache, dass Menschen nun mal eines Tages sterben, daran ist nichts zu ändern. Lee wusste das, er fand sich damit ab und starb, als seine Zeit gekommen war. Und obgleich dieser Verlust zu bedauern ist, müssen wir bedenken, dass wir den Tod als zwingend eintretenden Bestandteil unseres Lebens akzeptieren müssen und dass Lee friedlich dahin geschieden ist, als er seinem schwächelnden Atem schließlich nachgab, sich vor dem Tod verneigte und ging. Außerdem hatte er etwas vollbracht, das ein Stück seiner unsterblichen Seele auf ewig bei uns verweilen lassen wird. Auf seine großartige Kunst, die Millionen von Menschen glücklich machte und ihr Herz erwärmte konnte er wahrlich zurückblicken.

Und wir werden auf ihn zurückblicken.

Ruhe in Frieden Christopher Lee, Du hast es verdient.

 Namárië

Advertisements